V e r d a u u n g
 

Anhand eines Vergleiches von einem reinen Pflanzenfressers (Pferd) und einem Fleischfressers (Hund) möchte ich die Unterschiede in den verschiedenen Stufen der Verdauung aufzeigen.

  Hund Pferd
Zähne spitz, zum groben Zerkleinern der Nahrung flache Mahlzähne, zum Zermahlen der Nahrung
Speichel zum schlüpfrig machen der Nahung, für leichteres Abschlucken, enthält keine Verdauungsenzyme macht Nahrung schlüpfrig, senkt die Konzentration der Magensäure
Magen im Verhältnis deutlich größer als beim Pflanzenfresser oder Menschen (Schäferhund ca. 2.5 l)
 
Magengröße: 10 - 15 l
Magenwand kaum dehnbar, starke Muskelschleife zur Speiseröhre verhindert erbrechen
Magensaft besteht größtenteils aus Salzsäure, die Mikroorganismen und Keime tötet.
pH-Wert: unter 1

Nahrungsstücke verweilen nur kurze Zeit im Magen (Durchmischen)

Magensaftproduktion findet nur über Schlüsselreiz "Fleisch" statt.
besteht aus Salzsäure, die Konzentration wird durch den Speichel herabgesetzt (bei zu wenig Speichel Gefahr von Magengeschwür) pH-Wert: 7

Verdauung von Proteinen und Kohlehydraten

Magensaftproduktion findet ständig statt
 
Darm wesentlich kürzer als beim Pflanzenfresser
Aufgabe: resorbieren der Nahrung, Durchmischen des Speisebreis
 
Dünndarm Aufspaltung der Nahrung durch körpereigene Enzyme (stammen aus Drüsen in der Dünndarmwand + Bauchspeicheldrüse)

Aufnahme für den Organismus benötigten Nährstoffe
Dünndarm-Länge: ca. 25 m
Verdauungsenzyme vom Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm kommen hinzu, Nahrungsbestandteile werden zum Teil resorbiert
 
Dickdarm Dickdarmflora spalten Ballaststoffe auf (Gase, Blähungen)
Dickdarmflora produziert lebenswichtige Vitamine, unterstützt körpereigene Abwehr
formen des Kotes durch Wasserentzug, wenn der Dickdarm gefüllt ist - Kotabsatz

da die Nahrung durch den relativ kurzen Darm bald verdaut und ausgeschieden wird, werden ihm Keime, Bakterien, etc. nicht so schnell gefährlich

vollständige Verdauung von Fleisch und Knochen: max. 24 Std.
Dickdarm-Länge: ca. 9 m
1. Blinddarm (Gährkammer): ca. 1 m
Verdauung von Zellulose mithilfe von Bakterien
2. Grimmdarm: ca. 8 m
beteiligt sich an Zelluloseverdauung, resorbiert Wasser
3. Mastdarm: ca. 30 cm





Verdauungszeit: 24 - 50 Stunden
 
Bauchspeicheldrüse liefert großen Teil der Verdauungsenzyme

Produktion und Steuerung der Abgabe von Insulin und Glukagon (kontrollieren Blutzuckerspiegel)
liefert ca. 7 l Pankreassaft/Tag, der fett-, eiweiß- und kohlehydratspaltende Enzyme enthält
Produktion und Steuerung der Abgabe von Insulin und Glukagon (kontrollieren Blutzuckerspiegel)
Leber produziert ständig Galle, die in der Gallenblase gespeichert wird
Gallenflüssigkeit ermöglicht Zerteilung des Fettes, dadurch erst ist eine Aufspaltung des Fettes durch fettspaltende Enzyme im Bauchspeicheldrüsensaft möglich
produziert ständig Galle, hat aber keine Gallenblase

größte Drüse beim Pferd (5 kg)